Anreisetag, Aschermittwoch 18.2.:
Es ging schon „gut“ los: Auf der Strecke der S7 war eine Weiche defekt. Daher musste ich bei Siemenswerke in die U-Bahn wechseln und mit den U-Bahnen zum Hauptbahnhof fahren. Wie gut, dass ich immer eine S-Bahn zu früh dran bin, so dass ich es dennoch locker geschafft habe. Am Hbf kam Markus dazu. Die Gleisänderung bei der Abfahrt des Zuges war leicht zu verkraften, aber verwirrt waren wir als Wagen 256 kein Großraumwagen war, sondern ein Abteilwagen. Unsere Plätze gab es schlicht und ergreifend nicht. Also haben wir uns ein Abteil ausgesucht und gehofft, dass die Plätze von niemand reserviert waren.
Gut, es ging pünktlich los, aber zwischen Grafing und Aßling war ein Signal defekt, so dass wir bis Rosenheim schon 15 Minuten Verspätung hatten. Immerhin, der Schaffner war nett, weil er uns erstens zugesichert hat, dass die Plätze uns niemand Streitig machen wird und er hat uns Gutscheine für die verpatzte Reservierung ausgestellt, die Markus in Kaffee umgewandelt hat.
Die weitere Zugfahrt verlief tatsächlich reibungslos. Wir haben fast ununterbrochen geratscht, so dass die Zeit wie im Flug 😉 verging. Wir fuhren durch schneebedeckte Landschaften. Je südlicher wir kamen, desto „sommerlicher“ wurde es. Einige Bilder von der Fahrt mögen dies belegen:



Nach über sieben Stunden Fahrt kamen wir bei strahlendem Sonnenschein und über 10 Grad in Venedig Santa Lucia an. Der erste Blick auf den Canale Grande faszinierte uns:




Vom Bahnhof aus ging es zu Fuß und über Wasser zu unserem Hotel, der Casa Cilliota. Als ich auf das Traghetto gestiegen bin, kam das Boot ein wenig ins wanken, so dass die italienischen Damen zu schreien begannen. Beim Aussteigen merkten wir, dass sie nicht nur bei mir quiekten, sondern bei jedem, der ausstieg. Eine Brücke reihte sich auf dem Weg zur Unterkunft an die andere. Kanäle und Gässchen. Ein Dschungel.





Nach etwa 20 Minuten sind wir am Quartier angekommen. Ich schaue auf den netten Innenhof, der im Sommer sicher eine Oase ist:


Nach einer zehnminütigen Pause machten wir uns auf den Weg Richtung Markusplatz. Kurzer Halt in der Moseskirche.

Das Sonnenlicht tauchte die Basilica mit ihren goldenen Mosaiken in ein mystisches Licht. Wir gingen anschließend zum Canale Grande und zum Dogenpalast. Dort beeindruckten uns wieder die Farben, welche ins Sonnenlicht getaucht waren.







Unbeschreiblich auch die Stimmung in Richtung Santa Maria della Salute und von der Brücke am Dogenpalast:



Da heute Aschermittoch ist, gingen wir zur Hl. Messe in den Markusdom, wo der Patriarch von Venedig die Hl. Messe gefeiert und der Chor gesungen hat:

Da in diesem Jahr die Fastenzeit genau auf den islamischen Fastenmonat Ramadan fällt, haben wir untertags nur getrunken und am Abend nach Einbruch der Dunkelheit das Fastenbrechen 😉 gefeiert. Eignentlich muss man dieses Abendessen beichten, so gut wie es war.
Wir aßen in der Osteria del Lovo zu Abend. Der Kellner hat uns zwei Speisen empfohlen. Die erste habe ich nicht ordentlich verstanden, dachte mir aber Pasta ist immer gut. Als der Kellner eine Art Nusszange und einen Spieß mit Spachtel und ein Erfrischungstuch brachte, wurde mir schwindlig. Was habe ich da bestellt? Es kam tatsächlich Pasta. Der Kellner legte uns eine extra große Serviette um den Hals. Was drauf war? Seht selbst:

Manchmal ist es gut, dass man etwas bestellt, auch wenn man es nicht versteht. Es war eine Menge Arbeit, bevor wir essen konnten, aber es hat unglaublich gut geschmeckt!
Die Hauptspeise war gegrillter Fisch für zwei Personen. Auch ein Traum. Dazu gab es ein Glas Valpolicella. Beides ein Geschmackserlebis ohnegleichen:

Ich hoffe, der HERR verzeiht uns diesen Genuss. Wenigstens haben wir davor den ganzen Tag gefastet. Zufrieden und unendlich dankbar falle ich nun ins Bett!
Donnerstag, 19. Februar 2026:
Die Nacht war aus zwei Gründen etwas unruhig: erstens, weil die erste Nacht am neuen Ort immer unruhig ist, und zweitens, weil die Reiseschlafmaske, die ich extra erworben habe, ziemlich gewöhnungsbedürftig ist.
Jedenfalls begann ich den Tag mit dem Breviergebet, anschließend haben Markus und ich die Heilige Messe auf meinem Hotelzimmer gefeiert.
Um 7.30 Uhr Frühstück. Ich schäme mich immer ein wenig, wenn ich ein Foto vom Essen mache, aber ein Inder im Speiseraum hat gleich mal das ganze Buffet samt Abstellraum per Video aufgezeichnet. Dabei hat er das Schild übersehen, auf dem stand, dass der Joghurt-Kühlschrank rechts geöffnet werden muss. Er brauchte dann ein wenig… Das kommt davon🤣. Hier mein Bild:

Kurz nach 8.00 Uhr machten wir uns auf den Weg nach Maria della Salute. So früh waren kaum Touristen unterwegs. Wir bekamen nicht genug von den Brücken, Kanälen und Gassen:




Wie man erkennen kann, ist es heute regnerisch. Da es nicht kalt ist, passt das. Ich bin froh, dass gerade nicht so viele Touristen unterwegs sind; ich würde Platzangst in den engen Gassen bekommen.
Gelegen auf der Punta della Dogana im Dorsoduro Bezirk von Venedig, steht die Basilika Santa Maria della Salute, oft einfach als ‚La Salute‘ bezeichnet, als Zeugnis der tiefen religiösen Traditionen und architektonischen Brillanz Venedigs.
Erbaut zwischen 1631 und 1687, wurde dieses barocke Meisterwerk vom bekannten Architekten Baldassare Longhena entworfen. Die Basilika wurde als ein Gelübde für die Rettung der Stadt von der Pest errichtet, einer verheerenden Epidemie, die Venedig hart traf. Das achteckige Design, die reichen Verzierungen und die dominierende Kuppel symbolisieren die Intervention der Jungfrau Maria, um die Stadt zu retten.
Mir hat vor allem das beeindruckende Gemälde von Tizian über Pfingsten gefallen:



Der Wind pfiff schrecklich um die Kirche herum, sie steht gefühlt mitten im Wasser. Weiter gings treppauf, treppab nach Santa Maria Gloriosa dei Frari. Diese Kirche ist ein wunderschönes Werk gotischer Architektur und wird als eine der zwei größten und bedeutendsten gotische Sakralbau in Venedig gezählt. Sie beherbergt außerdem Werke von Tizian und Bernini, das Grabmal Tizians und ein Denkmal für Canova. Neben dem Hauptaltarbild von Tizian war das Chorgestühl ein Meisterwerk, das von deutschen Gastarbeitern gefertigt wurde. Ein Uhrwerk aus dem 16. Jahrhunder war auch interessant:





Nach einer gefühlten halben Stunde auf dem Postamt, um Briefmarken zu besorgen (hier stirbt auch niemand am Stress), ging es zur allseits bekannten Rialtobrücke:





Ach ja, beim Männershopping waren wir auch, Markus kaufte sich ein Bud Spencer T-Shirt und ich eines mit einer roten Vespa drauf.🤣. Was übrigens gemein ist, sind die Auslagen mit den feinsten formaggi, prosciutti und salsicce.
Ich war dann ziemlich geschafft, so dass eine lange Mittagspause folgte.
Um etwa 15.00 Uhr dürstete uns nach einem Espresso, den wir in der Bar ums Eck einnahmen. Mittlerweile war die Sonne nach Venedig zurück gekehrt, wie man am Piazza di Santo Stefano erkennen kann:

In die Kirche dort sind wir auch gegangen. Bemerkenswert an dieser ursprünglich spätgotischen Kirche: mehrere Gemälde von Tintoretto und Vidal, die man nicht fotographieren durfte, aber wenigsens das Letzte Abendmahl von Tintoretto musste ich aufnehmen.


Außerdem: der Chorraum dieser Kirche ist über einen Kanal gebaut. Man kann unter der Kirche heute noch durchfahren:

Und: warum nach Pisa reisen? Der Turm von Santo Stefano neigt sich um 2 Meter:


Wir gingen zum Markusplatz. Auf dem Weg dorthin und auf dem Rückweg entstanden schöne Motive:


Den Campanile von San Marco bestiegen wir auch noch – mit dem Aufzug. Das wäre beinahe daran gescheitert, dass ich die Tickets online buchen musste, was unendlich kompliziert war. Nach 15 Minuten war es geschafft, was den Vorteil mit sich brachte, dass sich die Schlange am Lift aufgelöst hatte.
Bevor ich die schönen Bilder vom Campanile aus über Venedig zeige, muss es einmal raus, auch wenn es nicht woke ist: kann bitte jemand alle Asiaten einfangen und wieder nach Hause bringen; die sind überall in Massen🤮 Ich weiß, Gott hat euch auch lieb.
Nun die Bilder:






Auf dem Rückweg zum Quartier gingen wir am Palazzo Contarini del Bovolo,
Scala Contarini del Bovolo vorbei:

Schließlich wollten wir noch etwas zu Abend essen und gingen in die Osteria Doge Morsini bei uns ums Eck:





Bei einem Bier in unserer Unterkunft lassen wir den Tag ausklingen:

Freitag, 20. Februar 2026:
Um es gleich vorweg zu sagen, Sonne gab es den ganzen Vormittag keine; das macht uns aber nichts aus, weil es angenehme Temperaturen hat und nicht regnet.
Selbstverständlich begann auch heute mit Gebet, Hl. Messe und Frühstück:

Man vergleiche einen Markusteller und einen Manfredteller 😉 Dazu muss angemerkt werden, dass Markus eine Standleitung zum Kaffeevollautomaten hatte.
Wir haben uns eine Tageskarte für die Linienschiffe gegönnt. Also ging es gleich los mit der Linie 1 den Canale grande entlag bis zum Bahnhof. Auf der Fahrt enstanden die nachfolgenden Fotos. Uns hat außer den Gebäuden beeindruckt, wie viele Boote unterwegs waren, die von Hotelwäsche über Baumaterialen bis hin zu Touristen transportiert haben.




Am Piazale Roma stiegen wir um. Wir fuhren über den Markt und die Hafenanlagen nach Lido di Venezia, einer vorgelagerten Insel. Hier gab es keine Touristen.
Mir scheint hier wohnen die Reichen und Schönen von Venedig. Wir haben von außen einen Tempel gesehen, der ein militärisches Denkmal ist. Fotos an der Lagune mit Blick auf Venedig und in die Berge gemacht, einen alten jüdischen Friedhof und die Kirche St. Nicolò angeschaut:





Nach einer kurzen Espressopause, ging es an den Strand. Auf dem Weg dorthin kamen wir an einem alten Hotel vorbei. A propos alt: wir haben noch im Conad Wasser eingekauft. Ein surreales Erlebnis. Ein Ladem voller betagter und reicher Italienerinnen. Da gab es Einkaufswägen, die eigens eine Etage für Hunde hatte. So konnten die Damen in feinstem Zwirn ihre Liebsten durch den Laden fahren. Es gab Frauen, die ihre besten Jahre längst hinter sich gelassen haben, jedoch nicht die operierten Gesichter und aufgespritzten Lippen. So was hab ich noch nie gesehen. Komisch, dass diese den Hunden oder vielleicht sogar Affen ziemlich ähnlich sahen. Wie vergänglich doch Schönheit ist, trotz Reichtum.
Da tat der Blick auf Meer und Strand gut. Meine Seele konnte sich beim Wellengang wieder beruhigen.





Mit dem Schiff ging es zurück bis zur Station Zattere:


In der Osteria al Squero gab es eine Spezialität Venedigs, so genannte Cicchetti in etwa 15 Variationen. Man vergleiche wieder einen Manfred und einen Markusteller. Übrigens waren in diesem Instagramhotspot die Menschen in Jung, die später mal bei Conad einkaufen werden. Und es gab gegenüber eine Werkstatt für Gondeln.




Es folgte die Mittagspause…
Als ich vom Mittagsschlaf erwacht bin, schien die Sonne. Wir fuhren mit dem Wasserbus zur Haltestelle Arsenali, um das Stadtviertel Castello zu erkunden. Dieses liegt quasi hinter dem Markusdom, aber Touristen verirren sich dothin selten. In der breiten Via Giuseppe Garibaldi nahmen wir unseren Nachmittagesespresso ein.

Nun gingen wir wieder mal durch verwinkelte Gassen und über Brücken durch das Viertel.




Die Kirche San Martino di Castello hat eine lustige Legende: der Teufel soll einen Briefschlitz für Anfragen an ihn hinterlassen haben. Zuvor wurde er von den Mönchen der Kirche hereingelegt. Er hilft ihnen die finanziellen Mittel zum Bau der Kirche zu organisieren. Gegenleistung: das erste Lebewesen, das in die Kirche geht, bekommt der Teufel. Die Mönche sorgten dafür, dass ein Hund als erstes die Kirche betrat. Der Teufel war wütend.


Kleinstgässchen gibt es in diesem Viertel auch:

Bevor wir die Kirche San Franceso samt zwei Kreuzgängen besichtigten, sahen wir das Polizeirevier aus dem Film Donna Leon.




Interessant auch die Sotoportego della Corte Nova. Dieser Durchgang war einst Teil einer Kapelle. An dem roten Stein soll die Pest einst aufgehalten worden sein. Wir haben beobachtet, was im Reiseführer stand: die Venezianer treten nie auf diesen Stein.



Wir waren äußerst beeindruckt von diesem Stadtviertel und auch die Rückfahrt mit dem Vaporetto bot stimmungsvolle Eindrücke. Hier einige Fotos dazu:




Das Abendessen nahmen wir im selben Lokal wie gestern ein:




Ein großartiger Tag geht nun zuende. Ich bin erfüllt und geschafft zugleich. Danke!
Samstag, 21. Februar 2026, Rückreisetag:
Der letzte Tag in Venedig begann wieder mit der Pfarrer-Kneipp-Dusche, weil meine Dusche immer von kalt nach heiß gewechselt ist. Gebet, Messe, Frühstück. Diesesmal gibt es ein Foto vom Eingangsbereich unserer Unterkunft.

Nach dem Frühstück haben wir unsere Zimmer geräumt und sind noch zu einem kleinen Einkauf aufgebrochen. Der war in 15 Minunten erledigt, 2 kleine Geschenke und für Mittag eine Käsesemmel.
Dann ging es los Richtung Bahnhof. Wir hatten genügend Zeit, so dass wir in Ruhe Brück auf und Brück ab gewandert sind. Nachdem sich in der Früh das Wetter nicht entscheiden konnte, war es seit unserem Aufbruch von der Casa Cilliota nur noch schön. Einige Eindrücke musste ich einfach noch festhalten:




In einer Straße neben dem Bahnhof nahmen wir unseren Vormittagsespresso, dann besuchten wir noch die Kirche Maria di Nazareth, die sich direkt rechts vom Bahnhof befand.

Um 11:45 Uhr fuhr unser Zug los. Ich habe einiges am Laptop gearbeitet, weil die ÖBB tatsächlich sicheres Internet angeboten und einen Sitzplatz mit Tisch erst ab Bozen reserviert hat. Während es bis Trient noch sonnig und frühlingshaft war, begann sich die Landschaft ab Bozen langsam in eine Winterlandschaft zu verwandeln. Ab Brenner bekamen alle Passigiere eine Warnung aufs Handy, dass eine schwere Lawinengefahr im Land Tirol besteht. Willkommen zu Hause 🙁

Natürlich war im Zugabteil, diesesmal gab es unsere Plätze tatsächlich, einiges an Kino geboten. Es ging los mit einer chinesischen Familie, die nicht reserviert hatte. Bis Bozen kein Problem. Jedoch haben sie sich auf vier Vierersitze ausgebreitet. In Bozen waren sie verwundert, dass sie von ihren Plätzen vertrieben wurden.
Auf zwei Vierersitze verteilte sich dann eine sechsköpfige Familie, die wohl vom Skifahren kam und in Innsbruck ins Flugzeug nach Amsterdam umstieg. Die beiden Jungs wollen neben einander sitzen, weil sie einen „Film kaaken“ wollten. Tatsächlich haben sie sich dann James Bond angeschaut. Markus als Bond-Experte wusste schon nach 10 Sekunden, welcher Bondfilm das war: Casino Royal, der sein großes Finale in Venedig hat. Was für ein Zufall 😉
Jetzt hoffe ich, dass wir noch gut nach Hause kommen. Markus wird am Ostbahnhof aussteigen und ich dann Hauptbahnhof. Wenn es nichts mehr nennenswertes gibt, beende ich meinen Urlaubsbericht wir. Markus und ich wären am liebsten in Venedig geblieben. Es war soooo schön. Danke!

