Meine Zeit mit Gott:
- Gehe an einen ruhigen Ort (Zimmer, Kirche, …)
- Mache das Kreuzzeichen
- Erzähle Jesus, was dich gerade beschäftigt oder wie es dir geht.
- Lies aus der Bibel:
„22 Pilatus sagte zu ihnen: Was soll ich dann mit Jesus tun, den man den Christus nennt? Da antworteten sie alle: Ans Kreuz mit ihm! 23 Er erwiderte: Was für ein Verbrechen hat er denn begangen? Sie aber schrien noch lauter: Ans Kreuz mit ihm! 24 Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte, sondern dass der Tumult immer größer wurde, ließ er Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten die Hände und sagte: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache! 25 Da rief das ganze Volk: Sein Blut – über uns und unsere Kinder! 26 Darauf ließ er Barabbas frei, Jesus aber ließ er geißeln und lieferte ihn aus zur Kreuzigung.“ (Mt 27,22-26)
- Wir sind in der Fastenzeit. In dieser besonderen Zeit betrachtet man das „Leiden Christi“ bis hin zu seiner Kreuzigung. Christen beten den Kreuzweg mit 15 Stationen. Wir werden in den nächsten 15 Tagen diese einzelenen Stationen kennen lernen und darüber nachdenken. Die erste Kreuzwegstation lautet: „Jesus wird zum Tode verurteilt.“
- In dem Abschnitt des Matthäus-Evangeliums oben sehen wir den Moment, in dem über das Leben Jesu entschieden wird. Pilatus ist eigentlich der Richter, aber er lässt sich von der aufgehetzten Menge beeinflussen. Obwohl er weiß, dass Jesus kein Verbrechen begangen hat, gibt er dem Druck der Leute nach, um einen Aufruhr zu verhindern. Mit dem Waschen seiner Hände versucht er, die Verantwortung von sich wegzuschieben – er will „unschuldig“ sein am Tod Jesu. Am Ende wird ein Schuldiger (Barabbas) freigelassen und der Unschuldige (Jesus) zur grausamen Hinrichtung verurteilt.
- Die Menschenmenge schreit gemeinsam: „Ans Kreuz mit ihm!“ Viele haben wahrscheinlich nur mitgeschrien, weil die anderen es auch taten. Auch Pilatus hat Angst, gegen den Strom zu schwimmen. Überlege dir: In deinem Alltag gibt es oft Momente, in denen die Mehrheit über jemanden herzieht oder eine unfaire Meinung vertritt. Hast du den Mut, wie ein „Gefirmter“ (ein Gestärkter) für die Wahrheit einzustehen, auch wenn es ungemütlich wird? Oder „wäschst du deine Hände in Unschuld“ und schaust weg, wenn andere ungerecht behandelt werden?
- Jesus wird hier zum Opfer eines Fehlurteils. Er wird verspottet, gegeißelt und schließlich zum Tode verurteilt, obwohl er nichts Böses getan hat. Inmitten dieses Lärms und des Hasses bleibt Jesus ruhig. Er weiß, wer er ist und welchen Weg er gehen muss. Überlege dir: Wie gehst du damit um, wenn du dich ungerecht behandelt fühlst oder wenn Menschen Dinge über dich sagen, die nicht stimmen? Jesus zeigt uns hier eine unglaubliche innere Stärke. Du kannst ihn im Gebet bitten, dir diese Kraft zu geben, ruhig und bei dir selbst zu bleiben, auch wenn es um dich herum stürmisch wird.
- Bete nun das Vaterunser.
- Schließe mit dem Kreuzzeichen.

