Meine Zeit mit Gott:
- Gehe an einen ruhigen Ort (Zimmer, Kirche, …)
- Mache das Kreuzzeichen
- Erzähle Jesus, was dich gerade beschäftigt oder wie es dir geht.
- Lies aus der Bibel:
„Ertragt einander in Liebe.“ (Eph 4,2)
„12 Bekleidet euch also, als Erwählte Gottes, Heilige und Geliebte, mit innigem Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld! 13 Ertragt einander und vergebt einander, wenn einer dem anderen etwas vorzuwerfen hat! Wie der Herr euch vergeben hat, so vergebt auch ihr! 14 Vor allem bekleidet euch mit der Liebe, die das Band der Vollkommenheit ist! 15 Und der Friede Christi triumphiere in euren Herzen.“ (Kol 3, 12-15)
- „Lästige geduldig ertragen“ ist das sechste geistliche Werk der Barmherzigkeit. In diesem kurzen Satz aus dem Brief an die Epheser geht es um eine der schwierigsten Aufgaben im Zusammenleben mit anderen. „Ertragen“ klingt erst einmal anstrengend – nach einer Last, die man schleppen muss. Und genau das ist im Alltag oft so: Es gibt Menschen, die uns nerven, die eine völlig andere Meinung haben oder deren Art uns einfach „gegen den Strich geht“.Das geistige Werk der Barmherzigkeit „Lästige geduldig ertragen“ greift genau das auf. Es bedeutet nicht, dass man alles gutheißen muss, was andere tun. Es bedeutet aber, dass man den anderen nicht sofort abschreibt, nicht beleidigend wird oder ihn ausgrenzt, nur weil er schwierig ist. Die „Liebe“, von der die Bibel spricht, ist hier eine Entscheidung: Ich entscheide mich, dem anderen mit Respekt zu begegnen, auch wenn er mich gerade Kraft kostet.
- Denk einmal an eine Person in deinem Umfeld (Schule, Verein, Familie), die du als „anstrengend“ oder „lästig“ empfindest. Was genau ist es, das dich nervt? Frage dich dann ganz ehrlich: Gab es Momente, in denen vielleicht du für andere anstrengend warst? Wir alle haben Tage, an denen wir „lästig“ sind – weil wir schlechte Laune haben, unsicher sind oder einfach Aufmerksamkeit brauchen. Gott erträgt uns in jedem dieser Momente mit unendlicher Geduld. Kannst du heute versuchen, diese Geduld ein kleines Stück weit an jemanden weiterzugeben, der sie gerade nötig hat?
- Hinter jedem Verhalten, das uns nervt, steckt oft eine Geschichte. Jemand, der ständig angibt, ist vielleicht eigentlich unsicher. Jemand, der immer dazwischenredet, fühlt sich vielleicht oft übersehen. Versuche, in einem Moment der Stille Gott darum zu bitten, diesen „lästigen“ Menschen einmal mit seinen Augen zu sehen. Was könnte der Grund dafür sein, dass die Person so ist, wie sie ist? „In Liebe ertragen“ heißt auch, dem anderen den Raum zu geben, kompliziert sein zu dürfen, ohne dass die Freundschaft oder der Respekt sofort zerbricht. Bitte den Heiligen Geist, Dir zu helfen, dieses Werk der barmherzigkeit zu erfüllen.
- Bete nun das Vaterunser.
- Schließe mit dem Kreuzzeichen.

