Meine Zeit mit Gott:
- Gehe an einen ruhigen Ort (Zimmer, Kirche, …)
- Mache das Kreuzzeichen
- Erzähle Jesus, was dich gerade beschäftigt oder wie es dir geht.
- Lies aus der Bibel:
„23 Nachdem die Soldaten Jesus gekreuzigt hatten, nahmen sie seine Kleider und machten vier Teile daraus, für jeden Soldaten einen Teil, und dazu das Untergewand. Das Untergewand war aber ohne Naht von oben ganz durchgewoben. 24 Da sagten sie zueinander: Wir wollen es nicht zerteilen, sondern darum losen, wem es gehören soll. So sollte sich das Schriftwort erfüllen: Sie verteilten meine Kleider unter sich und warfen das Los um mein Gewand. Dies taten die Soldaten.“ (Joh 19, 23-24)
- In diesem Textabschnitt erleben wir einen der demütigendsten Momente der Kreuzigung: Jesus wird alles weggenommen, was er noch besitzt – sogar seine Kleidung. Die Soldaten teilen seine Kleider unter sich auf wie Beute. Um sein wertvolles, nahtloses Untergewand würfeln sie sogar, weil sie es nicht zerschneiden wollen. Für Jesus bedeutet das: Er wird völlig schutzlos und nackt der gaffenden Menge preisgegeben. Er verliert seinen letzten Rest an Privatsphäre und menschlicher Würde vor den Augen der Öffentlichkeit.
- Jesus steht nackt vor der Menge, und alle schauen zu. Heute werden Menschen selten auf einem Platz physisch ausgezogen, aber wir erleben das „Bloßstellen“ oft im Internet oder in der Schule. Wenn peinliche Fotos geteilt werden, Gerüchte die Runde machen oder jemand in der WhatsApp-Gruppe fertiggemacht wird, fühlt sich das für die betroffene Person genau so an: als würde man nackt und schutzlos vor allen anderen stehen. Denk mal darüber nach: Habe ich schon einmal zugesehen oder weggeschaut, als jemand (online oder offline) „ausgezogen“, also bloßgestellt wurde? Wie fühlt es sich an, wenn man die Macht hat, die Würde eines anderen zu schützen, anstatt sie preiszugeben?
- (Die Soldaten dachten, wenn sie Jesus die Kleider wegnehmen, nehmen sie ihm alles. Sie sahen nur den verurteilten Mann, nicht seine innere Stärke und seine Verbindung zu Gott. In eurem Alter spielt das Äußere oft eine riesige Rolle: Welche Marke trage ich? Wie sehe ich auf Instagram aus? Kleidung ist wie eine Schutzschicht oder eine Maske, hinter der wir uns verstecken. Denk mal darüber nach: Wer bin ich eigentlich, wenn man mir alles „Äußere“ wegnehmen würde – mein Handy, meine Markenklamotten, meinen Style? Bin ich mir bewusst, dass mein eigentlicher Wert tief in mir steckt und von Gott kommt, ganz egal, was ich am Körper trage oder wie andere über mich urteilen?)
- Bete nun das Vaterunser.
- Schließe mit dem Kreuzzeichen.

