Meine Zeit mit Gott:
- Gehe an einen ruhigen Ort (Zimmer, Kirche, …)
- Mache das Kreuzzeichen
- Erzähle Jesus, was dich gerade beschäftigt oder wie es dir geht.
- Lies aus der Bibel:
„1 Ich bin der Mann, der Leid erlebt hat / durch die Rute seines Grimms. 2 Er hat mich getrieben und gedrängt / in Finsternis, nicht ins Licht. 3 Täglich von Neuem kehrt er die Hand / nur gegen mich. 4 Er zehrte aus mein Fleisch und meine Haut, / zerbrach meine Glieder, 5 umbaute und umschloss mich / mit Gift und Erschöpfung.“ (Klg 3, 1-5)
- Die siebte Kreuzwegstation lautet: „Jesus fällt zum zweiten Mal“. Es ist wichtig zu wissen: In der Bibel (also in den Evangelien) steht eigentlich gar nicht geschrieben, dass Jesus auf dem Weg zum Kreuz hingefallen ist. Dort wird nur berichtet, dass er das Kreuz getragen hat und Simon von Kyrene ihm helfen musste. Dass Jesus drei Mal hinfällt, ist eine Tradition der Kirche. Das bedeutet, dass sich Menschen über Jahrhunderte hinweg beim Beten vorgestellt haben, wie schwer dieser Weg für Jesus wirklich war. Auch wenn es nicht wörtlich in der Bibel steht, hilft uns diese Vorstellung zu verstehen, dass Jesus ein echter Mensch war, der körperlich und seelisch völlig am Ende war – genau wie es der Text aus den Klageliedern beschreibt.
- Beim ersten Mal Hinfallen kann man es oft noch als „Ausrutscher“ abtun. Aber beim zweiten Mal wird es richtig schwer. Man weiß: Ich habe es schon einmal versucht und bin gescheitert. Die Kraft lässt nach und das Ziel scheint noch so weit weg. Jesus zeigt uns in dieser Station, dass er auch den Schmerz des wiederholten Scheiterns kennt. Er bleibt nicht liegen, sondern steht trotz der Erschöpfung wieder auf.
- Vielleicht kennst du das: Du hast dir fest vorgenommen, etwas zu ändern – zum Beispiel netter zu deinen Geschwistern zu sein, in der Schule mehr Gas zu geben oder eine schlechte Angewohnheit abzulegen. Und dann passiert es doch wieder: Du scheiterst zum zweiten oder dritten Mal am selben Punkt. Gedanke: Jesus fällt hier zum zweiten Mal. Er kennt dieses Gefühl, wenn man denkt: „Ich schaffe es einfach nicht.“ Du darfst im Gebet Jesus alles bringen, wo du dich gerade als „Wiederholungstäter“ im Scheitern fühlst. Er verurteilt dich nicht dafür, dass du hinfällst.
- (Im Bibeltext oben heißt es: „Er hat mich getrieben in Finsternis, nicht ins Licht.“ Manchmal fühlt sich das Leben schwer an, als ob man in einem Tunnel ohne Ausgang ist. Man ist erschöpft vom Alltag, von Erwartungen oder vom Stress. Gedanke: Jesus liegt im Staub der Straße. Er ist ganz unten, in der „Finsternis“. Das bedeutet: Gott ist nicht nur da, wenn alles super läuft und wir „im Licht“ stehen. Er ist auch da, wo es staubig, dreckig und dunkel ist. Wo in deinem Leben fühlt es sich gerade schwer oder dunkel an? Vertraue darauf, dass Jesus genau dort bei dir am Boden liegt und mit dir fühlt.)
- Bete nun das Vaterunser.
- Schließe mit dem Kreuzzeichen.

