Montag, 10 August 2026:
Geplant war, dass Josef und ich heute Abend in Florenz sitzen. Nach dem Motto „Der Mensch denkt, Gott lenkt“, kam alles ganz anders.
Zunächst dachte ich, Josef wäre um 6:00 Uhr bei mir, damit wir früh losstarten können. Um 6:05 Uhr eine WhatsApp: „Habe gepackt und fahre jetzt los“. Gut, dachte ich mir, dann gehe ich langsam zum Auto, packe den Rest, bete noch ein Brevier, dann vergeht die Zeit.
6:45 Uhr komm die nächste WhatsApp: „Stehe in Kirchseeon im Stau“. Also: Rosenkranz gebetet, SZ gelesen und mit dem Kirchenpfleger geratscht. Der war da, weil mein Küchenparkett nach über 9 Monaten endlich erneuert wird. Da war bekanntermaßen ein Loch drin.

Es war jedenfalls nach 8:00 Uhr als wir losfuhren und ohne Schwierigkeiten bis zur Raststätte Plose est kamen, um den üblichen Espresso einzunehmen. Getankt haben wir dort auch noch und Josef übernahm das Steuer.

Beim Auffahren auf die Autobahn tat es einen heftigen Schlag. Beide sind wir mega erschrocken. Dann ließ sich das Auto nur noch mäßig gut beschleunigen. Die Anzeige ESC leuchtete gelb auf, alle Fahrassistenzsysteme wurden abgeschaltet.
Ich wollte googeln, was das bedeutet. Kein Empfang. Und zwar deshalb, weil ich auf meinem neuen Handy noch kein Rooming eingestellt hatte. Als ich das rausgefunden hatte, bekam ich von der KI den Rat, rauszufahren und das Auto neu zu starten.
Juhu, es funktioniert, dachten wir in Klausen. Anzeige weg. Kaum waren wir auf der Autobahn wieder die Anzeige. Wir retteten uns bis Bozen. Super, die VW Werkstatt hat bis 12:30 Uhr offen. Dort vorgefahren um 12:01 Uhr, erfuhr ich, dass die Werkstatt schon zur Mittagspause ist. Bis 14:00 Uhr
Google findet ganz un der Nähe eine Seat-Werkstatt, die durchgehend geöffnet har. Also vorgefahren. Der letzte Automechatroniker verabschiedete sich bei mir in die Mittagspause bis 14:00 Uhr.
Also auf den nächsten Parkplatz gefahren. Meinen Shake angerührt, und mit Josef zum Mittagessen gegangen. Für mich gab es Mineralwasser.

Um 14:00 Uhr, nachdem mein Auto wider Erwarten nicht aufgebrochen und ausgeraubt worden war, fuhren wir wieder zur VW- Werkstatt. Der Herr an der Annahme hat mich nicht einmal angeschaut und nur gemeint: Seat machen wir nicht.
Bei der Seat- Werkstatt klimperte zwar das Mädel an der Annahme mit ihren künstlichen Wimpern, nur um mir zu verkünden, dass ich am 20. August wieder kommen könnte.
ADAC muss her. Da kann man mit niemandem sprechen, sondern muss ein Kontaktformular ausfüllen und abwarten, ob sich was rührt. Mit meiner Werkstatt in München telefoniert, keine Hilfe. Den Service-Button im Auto gedrückt: keine Verbindung möglich.
Josef hat derweil in Brixen angerufen und zwei Zimmer im Priesterseminar klar gemacht. 3 Werkstätten angerufen, die uns nicht annehmen wollten.
Auf dem Weg nach Brixen sind wir in Klausen zu einer Autowerkstatt gefahren. Was soll ich sagen: eine andere Welt. Die Dame am Empfang hat uns nur versprechen können, dass das Diagnosegerät irgendwann angeschlossen wird. Eventuelle Ersatzteile würden wegen des Ferragosto = 15.8., erst nächste Woche ankommen. Aber sie schauen mal.


Die Werkstatt mit dem HERRN am Kreuz brachte uns den Segen. Bei einer vergangeben Wartungsarbeit als der Luftfilter ausgetauscht worden ist, habeb sie die Konstruktion nicht mehr ordentlich zusammengesteckt. Er musste eine Dichtung auswechseln, eine Probefahrt machen. Nach 30 Minten für 101,00 Euro alles erledigt. Danke der Autowerkstatt Hofer in Klausen.
Während der Wartezeit gab ich den Schwestern in Florenz Bescheid, dass wir erst morgen kommen. Die Reservierung fürs Abendessen auch noch storniert. Dann ging es nach Brixen. Das Seminar ist uns vertraut.
Beim Abendessen kam die Erschöpfung raus, die bis jetzt anhält.


Ich danke Gott, dass er uns geführt und behütet hat. Stefan und Andi danke ich für ihr Mitdenken und ihre telefonische Hilfe: auf euch ist Verlass!❤️ Mami danke ich fürs Gebet.
Gute Nacht!
Dienstag, 11. August 2026:
Die Nacht war unruhig. Zu viel gab es nachzudenken und vorzuplanen. Kurz vor 6:00 Uhr habe ich die Heilige Messe in der ehemaligen Schwesternkapelle des Priesterseminars gefeiert. Anschließend Brevier im Freien gebetet.


Nach dem Frühstück sind wir auf mein Drängen hin losgefahren. Josef wollte lieber trödeln. Ich hingegen wollte die Fahrt hinter mich bringen. Der Verkehr lief flüssig, an der Raststätte Po-West haben wir Rast und Fahrerwechsel gemacht.

Etwa um 13:30 Uhr waren wir im 37 Grad warmen Florenz angekommen. Leider konnten wir unser Gepäck nicht vor dem Haus entladen, weil Schwester-Oberin nicht da war, um für uns die Einfahrt in die ZTL zu beantragen.
Also mussten wir in einem Parkhaus unser Auto abstellen, das etwa 15 Minuten von uns entfernt ist. Durch die brütende Hitze schleppten wir unser Gepäck, bei mir das Gepäck für 4 Wochen. Man sollte laut Beschilderung kein Gepäck im Auto lassen. Die Angst, dass mein Auto die nächsten Tage aufgebrochen wird, begleitet mich nun.

Ich hab zu Josef gesagt, dass ich ihm eine günstigere Kategorie gebucht habe, weil er ja immer sparen will. Der Schwester am Eingang habe ich das auch gesagt. Natürlich hat sie das vertauscht und Josef war munter dabei das Zimmer mit Balkon zu beziehen, als ich ihn rausgeworfen habe.


Nach dem Gepäcktransport war ich bis auf die Knochen durchgeschwitzt. Nach der Dusche folgte die Siesta.

Als diese vorüber war führte ich Josef als erstes zum Markt. Während im EG Marktstände sind wie in der Münchner Großmarkthalle, eröffnet sich einem im OG ein Foodparadies:










Dann sind wir ziellos in der Altstadt herumgelaufen.

Schließlich ging es zum Abendessen zu Trattoria la Burrasca. Da war ich in der Osterwoche schon. So freundlich und unglaublich gutes toskanisch-bodenständiges Essen. Der Kellner hat uns gefragt, was mit dem Auto los war. Dann hat er uns auf Deutsch erzählt, dass er im Kosovo Deutsch gelernt und in Pfaffenhofen an der Ilm einen Studentenjob ausgeübt hat.
Das Essen war ein Traum:
Gruß aus der Küche, irgendwas mit Tomaten

Auswahl toskanischer Käsesorten. Brot nur eines gegessen. Meine Verdauung war nicht glücklich darüber…

Zitronenschnitzel vom Huhn mit Spinat und gemischten Salat.


Nach dem Essen noch mal kurz zum Auto, um dann den Abend im Innenhof ausklingen zu lassen. Nun falle ich ins Bett.
Mittwoch, 12. August:
Die vergangene Nacht habe ich ausgezeichnet geschlafen. Offene Balkontüre mit Fliegengitter und über 20 Grad; eine Zudecke brauchte ich nicht. Bin wohl einer der wenigen Menschen, der so gut schlafen kann.
Brevier im Innenhof gebetet, dann Hl. Messe gefeiert:



Es gab unglaublich italienisches Frühstück. Josef musste sich mit zwei Asiatinnen (Gott liebt auch sie 😉) um die 3 Wurstscheiben streiten. Ich blieb bei stillem 🤮 Wasser und Kaffee.
Danach schnell los, um nach meinem Auto zu sehen. Es dtand noch unbeschädigt in der Parkgarage. Habe es zur Sicherheit umgeparkt.

Schnell zurück zu Unterkunft, um Josef zur Stadtführung abzuholen, die um 9.30 Uhr begann. Auf dem Eeg dorthin in einem der kleinen Lebensmittelabstellkammern Wasser gekauft. Diese kleinen Läden werden entweder von Arabern oder Indern oder „Gott liebt…“ geführt.
Florenz ist maßlos überteuert. Eine normale Stadtführung kostet zwischen 29 und 45 Euro. Deswegen habe ich keine normale ausgesucht, sondern eine mit Audioguide. Wir wurden von der Stadtführerin geführt. Sie hat hesprochen und der Audioguide.

An der zweiten Station wunderten wir uns, dass Text und Ort nicht stimmten. Sie hatte die falschen Geräte dabei 🤣. Nach zehnminütger Pause und mit neuen Geräten ging es weiter.
Hier einige Fotos von der Stadtführung:











Wappen der Medici, Glockenturm, Fasade des Doms Maria di Fiore








Is des hoaß (Pfr. Josef Huber, gefühlt 20x)

Die Uffizien, heute großes Kunstmuseum.






Rief mir doch glatt einer der Händler hinterher: Buy here, happy wife, happy life🤣





Hier endete die Führung. Auf dem Weg nach Hause kamen wir an der Dominikanerkirche Santa Maria Novicella vorbei. Priesterausweise gezückt, umsonst reingekommen:






Im Shop der Kirche eingekauft. Ein Tipp: zur Kirche gehört eine Bar: klimatisiert, günstig. Mit kleinen Brotzeiten.

Nun liege ich in der klimatisierten Unterkunft für eine lange Siesta.
Abendessen waren wir im Ristorante e Pizzeria di Nasone, 8 Gehminten entfernt. Kein aufregendes Ambiente, aber feine Küche samt Pizzaofen. Die Vorspeise habe ich mit Josef geteilt, wobei ich die fette Wurst nur gekostet und das Brot weggelassen habe.

Dann gab es Rinderfilet mit Insalata mista und gegrilltem Gemüse.



Nach dem Cafè gingen wir raus, weil Josef die Sonnenfinsternis sehen wollte. Just in diesem Moment begann ein Schauer. Danach Schleierwolken.


So kann es gehen. Josef braucht eigentlich nie Sonne. Für eine Stunde braucht er sie, dann verdecken sie die Wolken. Povero!
Hab schließlich mein Auto besucht und war Milch und Wasser einkaufen. Nun klingt der Tag auf meinem Balkon aus.

Donnerstag, 13. August:
Motto des Tages: Heid is ned ganz so hoaß (Josef)
Dafür musste ich umso mehr leiden. Aber beginnen wir von vorne. Der Morgen wie üblich, natürlich wieder mit Kontrolle, ob es meinem Auto gut geht. Wenn ich mich dorthin auf den Weg mache, muss ich, sobald ich aus der Haustür raus bin, auf die alte Festung zugehen:

Dann haben wir uns auf dem Weg zum Dom gemacht. Gleich mal 30 Euro gespart, weil wir Priester sind. Zunächst das Baptisterium besichtigt, ein Rundbau neben dem Dom, in dem getauft wurde. Gestern haben wir es schon von außen besichtigt. Schön sind vor allem die Deckenfresken und Mosaiken. Da man früher als Ungetaufter keine Kirche betreten durfte, baute man die Taufkirchen daneben. Einige Eindrücke:





Da wir erst um 11.15 Uhr auf den Campanile = Glockenturm durften, gingen wir nach San Lorenzo, sozusagen der Familienkirche der Medici, wo auch viele begraben liegen. Mit Priesterausweis wieder umsonst reingekommen, 9€ gespart. Diese Kirche ist eine große dreischiffige Basilica.





Nun zurück zum Dom Santa Maria di Fiore. Fiore heißt Blume. Der Name Florenz leitet sich von Blume ab. Die Blume ist auch ein Symbol für Jesus. Also ist Maria die Frau, welche die Blume geboren hat. Witzig, weil es in Florenz so gut wie keine Blumen gibt…
Nun gut, in das Innere des Doms sind wir nicht gekommen. Josef stand dreimal vor dem Eingang, streichelte seinen Bauch und meinte, die Warteschlange sei ihm zu lang. Mir auch!
Kurz vor 11:15 Uhr machten wir uns bereit, den Glockenturm zu besteigen:

414 Stufen mussten wir hochlaufen!🤮🤮🤮 Mein Herz schlug zeitweise zwischen den Augen und, wie ich zu Beginn der Mittagspause bemerkte, wieß mein Hemd Salzstreifen auf.
Man sagt ja immer, dass man von der Aussicht belohnt wird. Naja, sie war schön, aber Wiener Schnitzel mit Pommes wären eine adäquatere Belohnung gewesen.



Nun alles von der obersten Etage aus:




Die einzige Befriedigung empfand ich als ich bermerkte, dass alle Menschen furchtbar schnaufen mussten, sowohl die dicke Familie als auch die aufgepumpten Gymboys, die vor lauter Muskeln im engen Treppenhaus fast stecken geblieben wären.
Beim Abstieg kam ich in den Flow. Nicht, weil ich die Treppen runtergeflogen bin, sondern weil ich wirklich flott runtergelaufen bin. Hab sogar Josef abgehängt.
Gebremst wurde ich nur von einer älteren Dame, die gemeint hat, den Turm mit Flipp-Flopps besteigen zu müssen. Die Füße taten ihr wohl beim Abstieg weh.
Nun nur noch Warteschlange anschauen, Bauchreiben und über den Supermarkt nach Hause. Das war genug Kultur und Sport für heute. Ich schreibe nach dem Abendessen weiter…
Nachtrag Abendessen: Ich hatte derart Hunger, dass wir uns um 17:00 Uhr zum Markt auf den Weg gemacht haben; dort gibt es um diese Zeit schon zu Essen.
Aber: nur Ungesundes (selbst am Weggie-Stand). Viel zu viel Huhn mit insalata mista und dann noch einen insalata mista mit Mozarella.



Das ganze Ambiente war nicht schön. Laut und ungemütlich. Plastikbesteck, Plastikteller, Plastikflaschen. Insgesamt auch 26€ ausgegeben. Passt schon, aber einmal genügt…
Danach ist Josef beim Durchschlendern durch den Ledermarkt in einen Kaufrausch verfallen: eine echtlederne Tasche für den Unterricht und einen Ledergeldbeutel. Ich finde es aber gut, Souvenirs zu kaufen, von denen man etwas im Alltag hat.
Freitag, 14. August:
Heute Nacht hatte ich Schulbträume. Das mag ich gar nicht. Andererseits zeigt es mir an, dass ich mich bestens erhole, weil meine Psyche Zeit hat, die Schulerlebnisse zu verarbeiten. Ist ja immer am Urlaubsbeginn in den Sommerferien.
Immerhin, beim Aufwachen lächelte die Sonne wieder, v.a. als ich mein Auto besuchte, es lebt noch.

Unsere Entdeckungsreise führte uns heute in die Kirche Santa Croce. Der Vorgängerbau wurde knapp nach dem Tod des heiligen Franz von Assisi errichtet. Also im 13 jahrhundert. Von dem ursprünglichen Gebäude ist nicht mehr viel übrig, weil es im Laufe der Jahre immer mehr ausgebaut und verändert wurde.
Es ist aber nicht weniger beeindruckend. Der Konvent der Franziskaner muss riesig gewesen sein, was man an der Kathedrale und vor allem an dem angrenzenden Konvent Gebäude mit den beiden Kreuzgängen erkennen kann. Selbstverständlich durften wir wieder kostenlos in die Kirche hinein. Eine schrecklich gekleidete junge Französin, alles in schwarz gekleidet, musste gleich am Eingang eine Schürze umlegen, da die Beine zu wenig bedeckt waren. Zuerst war sie unfähig, sich dieses Tuch umzuwickeln, was dann die Aufsicht übernommen hat. Kaum war sie in der Kirche, hat sie das Tuch abgenommen und ist dann pietätlos durch die Kirche gestritten. Aber was will ich von Franzosen schon anderes erwarten.













Nachdem wir die Besichtigung dieser Kirche und des Konvents abgeschlossen hatten, ging es durch die Altstadt von Florenz durcj schattige Gassen zu unserem nächsten Ziel.


Bevor wir ankamen, bekam Josef einen schrecklichen Kaffeedurst. Diese musste natürlich sofort gestillt werden und dazu gab es eine Art süße Cannelloni (für Josef). Witzig in dieser Bar war die bunte Flaschensammlung. Weniger witzig die dumme Bedienung hinter der Bar, welche uns den Preis für das Sitzen im Freien abkassiert hatte, obwohl wir an der Bar unseren Kaffee getrunken haben. Ein klein wenig Durchfall soll sie heute Abend bitte schon bekommen!


Schließlich sind wir an dem Odeon angekommen. Dabei handelt es sich ursprünglich um ein Kino, das heute aber als Kino und als Buchhandlung eine Doppelnutzung erfährt. Ein toller Tipp für alle, die sich bei der Hitze in Florenz einmal an einen ruhigen, gekühlten Ort zurückziehen möchten. Hier kann man in Ruhe lesen oder am Computer arbeiten.






Auf dem Weg in Richtung unserer Unterkunft sind wir beim Friseur gewesen. Josef wollte eigentlich in einen Barbershop gehen, weil man da nur 10 € zahlen musste. Jedoch liefen wir diesem Laden über den Weg, in dem ein Friseur tätig war, der seit 1948 das Friseurhandwerk ausübt. Man sieht es ihm gar nicht an, dass er 1940 geboren ist. Ich fand es nett, mich mit ihm zu unterhalten. Außerdem hat er auch nur 20 € verlangt. Zu Hause zahle ich mehr. Und mir war der original italienische Friseur mehr wert als irgendein arabischer Barbershop Betreiber.


Josef sieht zwar jetzt ein wenig wie ein AfD-Politiker aus, aber man kann halt nicht alles haben.🤣
Mein letzter Ort für heute Vormittag war wieder mal die Markthalle. Dieses Mal aber nicht oben, sondern bei den Marktständen, um einige Geschenke einzukaufen und mir Obst zu besorgen. Für wen ich wohl an diesem Stand eingekauft habe?

Boah, bin ich jetzt (20:45 Uhr) kaputt. Wieso?
Um 17: 45 Uhr machten wir uns auf den Weg zum Abendessen. Ich hatte bei da Nicola am Pizza Mercato centrale reserviert. Eine Trattoria mit eigenem Fischfang an der toskanischen Küste. Heute ist Freitag und erstaunlicherweise haben die Ristoranti hier kaum Fisch auf der Karte.
Ich habe Mangold und Caccuccio alla Livornese bestellt:
Cacciucco alla livornese ist ein traditioneller, kräftiger Fischtopf aus der Hafenstadt Livorno in der Toskana. Er gilt als eines der berühmtesten und authentischsten Gerichte der toskanischen Küstenküche.
Was macht den Cacciucco besonders?
- Die 5 C’s: Einheimische sagen scherzhaft, dass im Wort Cacciucco fünf „C“ stecken – und deshalb mindestens fünf verschiedene Sorten Fisch und Meeresfrüchte in den Topf gehören.
- Typische Zutaten:
- Krebse & Weichtiere: Tintenfisch (Polpo, Seppia), Kalmare.
- Fels- und Edelfische: Drachenkopf (Scorpena), Seeteufel, Knurrhahn, Congeraal.
- Schustereien: Garnelen, Kaisergranat oder Muscheln.
- Basis & Sauce: Die Zutaten werden nacheinander je nach Garzeit in einer kräftigen Tomatensauce geschmort, die mit Knoblauch, Peperoncino, Rotwein und Petersilie abgeschmeckt wird.
- Das Brot: Serviert wird der Eintopf immer auf einer Scheibe geröstetem, mit frischem Knoblauch eingeriebenem toskanischen Landbrot (Pane toscano).
Es schmeckte sensationell, gerade weil es kein Diätgericht ist. Schaut euch das Gericht und das Ambiente an! Es bediente uns ein junger aufmerksamer Kellner, dessen Bruder ein Restaurant in Ingolstadt betreibt. Und was uns jetzt schon das zweite Mal hier passiert ist: er hat sich entschuldigt, dass er uns zunächst auf Englisch angesprochen hat. Wie schön!




Das Essen war aber nicht der Grund, warum ich so geschafft bin. Sondern der anschließende Abendspaziergang.







Ich erinbere mich noch gut daran, wie ich im April hinter Santo Spirito mit der Vespa geparkt hatte, um mit Steffi, Andrea, Verena und Lena einen schönen Abend zu verbringen. Übrigens, jetzt ist in Florenz viel weniger los als im April. Die Florentiner sind alle im Urlaub und den Touristen ist es zu heiß , außer den Asiaten😉
Naja, nach zwei Stunden Abendausritt bei kühlen 30 Grad, bin ich geschafft und landete gerade noch rechtzeitig auf der Schüssel.
Wieder ein schöner Tag!
Samstag, 15. August:
Was in Bayern der Frauentag ist, wird hier als Ferragosto gefeiert. Er hat in der Antike seinen Ursprung und wurde feriae Augusti genannt. So durften unter Kaiser Augustus am 1. August von der Erntearbeit ausruhen. Im 5. Jahrhundert verlegte die Kirche den Ruhetag auf den 15. August, Mariä Himmelfahrt.
Die italienischen Familien machen häufig einen Ausflug ins Grüne oder ans Meer, um auführlich zu essen, v.a. um zu grillen. Oftmals markiert dieser Tag das Urlaubsende. Ein kulinarisches Muss ist die kühle Wassermelone.
Ich werde den Tag dafür nützen, mir am Abend eine Portion Pasta zu gönnen🤗
Da Josef heute im Dom zur Messe war, haben wir etwas weniger unternommen. Mit dem Bus ging es über das Ufer des Arno, um bei einem schweißtreibenden Anstieg zum Piazzale Michelangelo aufzusteigen.


Dort sind wir vorüber gegangen und weitere Höhenmeter bis zu Abtei San Miniato al Monte hochzuschnaufen.


Olivianer Patres sind dort. Das sind reformierte Benediktiner, die strenger leben als die Benediktiner und eine weiße Kutte tragen. Sie haben sogar noch junge Patres.
Wir genossen zuerst den Ausblick und kauften in der Farmacia ein. Ich einen Sonnenblumenhonig für meinen Papi und Orangenmarmelade für Mami und Stefan, Josef ein Eis für sich😉. Ich werde, wie ihr seht, noch ein asketischer Heiliger🤣🤣. Wahrscheinlich werde ich zum Patron aller hoffnungslosen Diätmacher und mit einem Proteinshaker in der Hand dargestellt.




Da der Pater immer noch leidenschaftlich predigte, etwa 30 Minuten, besichtigten wir den Friedhof, der wirklich außergewöhnlich war.





Nun war die Kirche endlich frei:



Beim Abstieg nahmen wir uns Zeit für d e n Aussichtspunkt der Stadt:


Leider war Josef nicht fähig Manfred, Dom und Ponte Vecchio auf ein hochformatiges Foto zu bekommen.

Mit dem Bus ging es zurück ins Zentrum. Nachdem ich das Lokal für heute Abend reserviert und Wasser eingekauft hatte, trafen Josef und ich uns zum Mittagessen in der Unterkunft: für ihn gab es Prosciutto di Parma und Bort, für mich einen köstlichen Buttermilch-Lemon-Shake🤮.
Es folgt die Siesta.
Zum Abendessen waren wir in der Trattoria Zà-Zà, wieder am Piazza del Mercato Centrale gelegen. Von außen meint man, wieder so eine Touristen-Abzocke. Natürlich war es das nicht, hatte mich selbstverständlich informiert. Dass es dort so schön ist, dachte ich mir nicht.




Es ist tatsächlich ein Festmahl geworden, nicht übertrieben, aber gegen jeden Diätvorschlag. Endlich Pasts, endlich ein Glas Roten.
Ein Rosso di Montepulciano Avignonesi füllte mein Weinglas. In Ordnung, aber einen Preis gewinnt er nicht.
Die Pasta waren Pici senesi al sugo di salsiccia. Bei Josef gab es Tagiatelle al funghi porcini. Beide haben wir einen insalata mista dazu gegessen.



Ich finde keine Worte, um dieses Gaumenglück zu beschreiben. Mal sehen, was meine Verdauung sagt, meine Waage habe ich nicht dabei; sie muss schweigen.
Das war also Forenz, morgen Früh geht es nach Castelletto di Brenzone an den Gardasee. Von dort aus schreibe ich meinen letzten Reisebericht. 2 Wochen macht der Berichterstatter Pause. Erst, wenn ich wieder nit der Vespa unterwegs bin, melde ich mich wieder zu Wort. Aber wie geschrieben, morgen noch ein letzter Bericht.
Nachtrag Abendspaziergang mit Pause vor Santa croce:



Sonntag, 16. August:
Mir fiel ein Stein vom Herzen als ich heute um 8:00 Uhr mein Auto unversehrt aus der Parkgarage holen konnte. Um 8:30 Uhr verließen wir Florenz in Richtung Gardasee. Beide sind wir erfüllt und dankbar für die Zeit hier. Die Schwestern, die uns Unterkunft gewährt haben, waren so lieb! Kultur und Kulinarik haben uns begeistert. Danke!
Nun bleiben wir bis Donnerstag am Gardasee. Was soll ich sagen, dieser See verzaubert mich immer wieder. Hier noch ein paar Fotos. Ich werde mich diese Tage häufiger in die schöne Hauskapelle verziehen, meine Jahresexerzitien beginnen.




