Deutsche Alpenstraße Fortsetzung

14. Mai 2026, von München nach Füssen

Eilig hatte ich es heute nicht. Es wäre vor 10:00 Uhr viel zu kalt gewesen, um auf die Vespa zu steigen und eine lange Strecke zu fahren. Folglich habe ich zuerst einmal Brevier gebetet und gefrühstückt. Dann machte ich mich schön (Altbausanierung ;-)).

Es ging zunächst vollbepackt in die Schule, um dort Anbetung zu halten und die Heilige Messe zum Christi-Himmelfahrtstag zu feiern. Da es immer noch recht kalt war, konnte ich im Anschluss eine Aufgabe eines AkLs korrigieren.

Kurz nach 10 Uhr stieg ich auf die Vespa um meine Reise anzutreten. Kurz gab es noch Sonne, dann nur noch Wolken.

Die Fahrt Richtung Berge war wieder einmalig. Besonders die Landschaft rund um die Osterseen half mir gleich in den ersten Minuten zu entspannen. Kleine verlassene Wege, ein Bauernhof hier, ein paar Kühe dort. Gut, dass ich schon ein wenig Erfahrung im Vespa-Reisen habe, so dass ich mich gleich passend für die Kälte gekleidet habe. Ich bereue es nicht, mir die Griffheizung einbauen gelassen zu haben: meine Finger waren stats warm, ein großer Vorteil bei diesem typisch deutschen Maiwetter (Eisheilige).

Als ich von der B2 in Richtung Oberau/ Ettal abgebogen bin, befand ich mich endlich wieder auf der Deutschen Alpenstraße. Darin besteht ja mein „Projekt“, den Rest bis Lindau zu erkunden (den ersten Teil von Berchtesgaden bis Garmisch bin ich vor einem Jahr gefahren). Erster Halt: Kloster Ettal. Gerade zur richtigen Zeit, da es mir kalt wurde und es zu regnen begann. Die Regenzeit verbrachte ich also im Cafe 1330 im Klosterinnenhof. Butterbreze und Cappucino wärmten mich wieder auf.


Die Selfies sind übrigens nicht so verschleiert, weil es Nebel hatte, sondern weil ich die Regenhülle über dem Handy hatte 😉

Bin anschließend noch in die Klosterkirche gegangen und habe die Büste von P. Rupert Mayer besucht, der bekanntermaßen in Ettal im „Exil“ war. Das war der Deal zwischen den Nazis und den Ordensoberen, sonst hätte er ins Gefängnis gemusst. Das konnten sich die nazis aber nicht erlauben, weil Rupert Mayer zu bekannt war. Also sollte er nach Ettal und musste schweigen. Die größte Strafe für P. Mayer.

Bevor es weiter ging, noch ein paar Fotos gemacht.

Mein Weg führte mich wieder regenlos Nach Oberammergau und Unterammergau, Steingarden und den so genannten Pfaffenwinkel. Da musste ich ein Foto machen, weil es so schön war trotz Wolken:

Es war mir richtig peinlich, aber als ich auf Hohenschwangau zugefahren bin, musste ich zur Belustigung der Vorbeifahrenden ein Foto von mir, der Vespa und Schloss Neuschwanstein machen. So recht haben wir drei aber nicht auf ein Foto gepasst:

Um 14:00 Uhr bin ich am Gästehaus Foggensee in Füssen angekommen. Der Besitzer an der Rezeption ist super freundlich. Er hat mir gleich erzählt, dass er mal einen sehr strengen Lehrer namens Herr Maurer hatte. Was für ein Zufall 😉 Jedenfalls sind die Zimmer gerade frisch renoviert, was sehr angenehm ist.

Kurz nach 16:00 Uhr habe ich mich auf den Weg ins Zentrum von Füssen gemacht. Das Gehen tat gut, nachdem ich den ganzen Tag keine Bewegung hatte. Auf dem Weg begenete mir wieder das Königsschloss.

Zuvor war ich noch am See, aber der Wind war so kalt, dass ich bald weiter bin.

Im Zentrum bin ich ganz nach den Gewohnheiten der Familie Maurer (viel zu früh) zum Abendessen gegangen. Ein Schnitzelrestaurant schien mir gerade richtig. Aber leider war es keine gute Wahl. Als das Schnitzel kam, wusste ich, dass die Entscheidung falsch war. Schlechte Qualität. Es gab nicht einmal Salat. Einfach nur ein Klumpen im Magen.

Aber gut, was will man auch erwarten, wenn der Inhaber der Asiate von Gegenüber ist. Asien kann eben kein Schnitzel.

Nach dem Abendessen erkundigte ich noch ein wenig Füssen. Zuerst ging es in die Krippenkirche. Es ist wirklich außergewöhnlich im Bild des Hauptaltars eine Krippe zu sehen. Schön!

Als Nächstes Richtung Schloss und Kirche St. Mang.

In der Kirche habe ich die Vesper und die Komplet gebetet und ein wenig fotografiert.

Den Abend werde ich mit Lesen verbingen und die Entspannung genießen. Trotz Sonnenmangel und Kälte war es ein wunderschöner Tag. Vespa-Fahren ist so entspannend und die Freiheit bläßt einem um die Nase. Keine Schmerzen, keine Atemnot, alles gut. Ich bin dankbar, mich auf den Weg gemacht zu haben und freue mich auf morgen.

15. Mai 2026, von Füssen nach Lindau

Die Nach vermochte ich nicht gut zu schlafen. Meine Reise-Atemmaske machte derart Lärm, dass ich immer wieder aufgewacht bin. Irgendwann habe ich einfach gelesen. Klaus Zierer, ein bekannter Dozent für Pädagogik an der Uni Augsburg hat zusammen mit Norbert Brotkorb ein Buch über Bildungsgererechtigkeit geschrieben, indem er aufdeckt, wie sehr uns die politische Ideologie nach dem Motto „alle müssen die gleichen Chancen haben, damit alle das selbe Ergebnis (also am besten Abitur und Studium) erlangen “ an unseren Schulen blockiert, um wirklich jedem Schüler gerecht zu werden. Irgendann bin ich doch wieder eingeschlafen.

Um 5:30 Uhr Hl. Messe gefeiert und Brevier gebetet und die Pfingstnovene begonnen. Geistig gestärkt, machte ich mich an die Vorbereitung der Kolloquiumsprüfungen am kommenden Donnerstag. Kurz vor 8 Uhr Duschen und Anziehen; es gab dann erst Frühstück. Dieses bot alles, was man sich von einem Gästehaus erwarten kann. Ich schäme mich dafür, aber die Qualität der Produkte war nicht gerade überragend. Lätscherte Brezen und Semmeln, billige Wurst und Käse, selbst der Joghurt war irgendwie geschmacksbefreit. Eigentlich sollte ich zufrieden sein, was ich ja letztlich auch war.

Zurück ins Zimmer. Süddeutsche gelesen, gepackt und aufgesattelt. Praktisch, dass es im Gästehaus einen Wasserautomaten gab, an dem ich meine Flasche auffüllen konnte. Um 10:00 Uhr fuhr ich noch kurz an den Forggensee, um ein paar Fotos zu schießen. Dann ging es bei wechselnder Bewölkung los.

Die meiste Zeit führte mich der Weg direkt an der Deutschen Alpenstraße entlang. Vorteil, man kam flott voran. Nachteil: ziemlich viel Verkehr. Aber die Landschaft war einfach wieder traumhaft, meine Seele hat die Eindrücke geradezu aufgesogen. Immer wieder durfte ich kleine Pässe überqueren, das Kurvenfahren macht einfach am meisten Spaß. In Bad Hindelang, das sich einen Genussort nennt, bin ich in die Apotheke gegangen, weil mein Lippenstift aus war. Den brauche ich aber dringend, weil der kalte Wind stark wehte und meine Lippen austrocknete. Beim Halt entstand dieses Foto.

Es ist so schade, dass sich Landschaft mit Fotos so schlecht einfangen lässt. Zumindest ich bin kein guter Landschaftsfotograf. Außerdem kommt immer dann keine Haltemöglichkeit, wenn die Sicht perfekt wäre. Hier dennoch einige Eindrücke.

Ich wollte in Bad Hindelang in einem schönen Caffee einen Zwischenstopp einlegen, war jedoch so schnell unterwegs, dass ich weder Hunger hatte noch es mir so kalt gewesen wäre, dass ich eine Wärmestube gbraucht hätte. Also bin ich ohne Einkehr durchgefahren. Mir viel auf, dass es in fast jeder Stadt auf dem Weg zwischen Füssen und Lindau mindestens einen Tacco gab, viele Outlets und Unmengen an Aldis, Norma und Lidls. Ich kann mir das nur so erklären, dass die Schwaben vor lauter Geiz oder Sparsamkeit nur in solchen Läden einkaufen.

Kurz vor ein kam ich in Lindau bzw. Bad Schachen an. Dieses altehwürdige Hotel in Familienbesitz ist der Hammer (auch die Preise ;-)). Als ich in den Park einfuhr und an der Hotellobby vorgefahren bin, stand schon der Concierge da. Ich sagte ihm, da er so unsicher schaute, dass ich Gast sei, und fragte ihn, wo ich parken könne. Er konnte sein Grinsen, das durchaus von Wertschätzung für mein Vehikel sprach, nicht verkneifen.

Ich war viel zu früh dran, Check-in beginnt um 15:00 Uhr. Dennoch meldete ich mich an der Rezeption. Die Dame an der Rezeption war so ein Hausdrache alter Schule, streng, aber nicht unhöflich. Wahrscheinlich läuft ohne sie der Laden nicht. Jedenfalls teilte sie mir mit, dass ich Glück hätte, mein Zimmer sei schon fertig. Es gab Unmengen zu erklären, was mir bewusst machte, in welchem Hotel ich hier gelandet war. Mein lieber Bruder würde sich hier wohlfühlen. Die Stammgäste wurden von jedem Personal mit Namen angesprochen. Nun gut, die Rezeptionistin frage, ob mir der Concierge mit dem Gepäck helfen solle, und musste dann auch grinsen als ich ihr mitteilte, dass auf meiner Vespa nicht so viel Gepäck Platz gefunden hat. Es ging anschließend in der vierten Stock auf mein Zimmer. Seht selbst:

Als erstes musste ich ins SPA. Sauna, Anwendungen und Gym habe ich mir erspart, dafür aber eine halbe Stunde Schwimmen. Wie das guttat.

Natürlich war der Bademantel mal wieder zu klein 😉

Hier platze ich gleich. Sorry, diese Frau mit ihren Kindern lief mir fünf Mal durch meine Fotoversuche, jetzt ist sie halt mit drauf. Weitere Eindrücke:

Anschließend hatte ich riesigen Hunger. Mutter hätte sich an den sieben verschiedenen Kuchen ergötzt, ich habe mich für einen Salat entschieden, weil mir der gestern so gefehlt hat. In der Hotellobby nahm ich mein Mittagsmahl ein.

Danach erkundete ich das Gelände des Hotels und schoss noch einige Fotos.

Der Park ist so groß, dass ich ihn vor dem Abendessen nicht mehr geschafft habe, zumal ich müde war und den Bericht noch schreiben wollte. Jetzt geht es erst einmal zum Abendessen, habe immerhin Halbpension gebucht.

Also, nun zum Abendessen. Teil 1: Das Essen. Der Speiseraum hat ein wunderbares Ambiente. Ich durfte direkt am Fenster sitzen. Eine Kerze wurde bei meiner Ankunft am Tisch angezündet. Die Kellnerin hatte ihren ersten Tag, weshalb sie schrecklich nervös war. Kaum hatte sie Weinkarte und Speisekarte platziert, kam sie wieder um nach den Getränken zu fragen. Gut, dass ich gleich geschaut hatte. Es gab Weine aller europäischen Lagen und die meisten auch als offenen Wein. Man konnte sogar zwischen drei Mengen wählen. Ich nahm natürlich den Nero D’Avola (0,1) aus Silzilien und dazu Wasser.

Überrascht hat mich, dass ich als Halbpensionsgast von der Karte auswählen konnte, eine Vor-, eine Haupt- und eine Nachspeise. Ich entschied mich für ein Rindercarpaccio, Spargel mit einem kleinen Steak und einen Käseteller. Eines köstlicher als das andere.

Natürlich ist das Buffet im Hotel Edelweiss einmalig, aber mir gefällt diese Variante fast ein wenig besser, weil ich nicht zu viel esse und nicht dauernd laufen muss. Es waren so viele Kellner da, dass ich sogar jedes Mal das Wasser nachgeschenkt bekam, sobald es leer war. Immerhin habe ich 1,5 Stunden zu Abend gegessen und dabei ein wenig in meinem Buch weitergelesen.

Teil 2: Das Hörspiel: Ich war etwa 30 Minuten der einzige Gast. Dann kam er, der Preiß. Und auch noch im Doppelpack. Zuerst nur er, dann sie. Ihm gefiel der Tisch nicht, also wurden sie umgesetzt, wodurch aus dem Livetheater ein Hörspiel wurde. Die beiden, die nicht mal ein Paar waren, sondern irgendwie nur eine Reisefreundschaft pflegten, unterhielten sich so laut miteinander, dass es der ganze Speisesaal hören konnte. Ich weiß jetzt, dass sie keine Kinder hat, aber dafür Mäxle, einen Hund. Sie hat zwei hochbetagte Eltern (so nennt die KI das Alter ihrer Eltern, wie sie betont hat), der Papa heißt Jochen. Sie telefoniert nicht gern mit ihm, weil es immer Streit gibt. Ihr schönstes Weihnachten verbrachte sie mit ihm, also der Resiebekanntnschaft, am Forggensee. Ihre Geburtstage, sie ist knappe 60, feiert sie am liebsten am Tegernsee, wo sie eigentlich auch in diesem Jahr Urlaub machen wollten, aber dann hatte sie die Inspiration, es sollte der Bodensee sein. Ach der Tisch ist jetzt aber viel besser! Bayern ist ja sooo schön, v.a. der Bodensee (der nebenbei außer Lindau gar nicht in Bayern liegt, aber egal, für mich ist ja auch alles nördlich der Donau Preußenland). Man glaubt es nicht, dass man sich den ganzen Abend nur über Banalitäten austauschen kann. Aber wie sagte ich schon über die Asiaten: Gott liebt auch sie.

Zur Verdauung (des Hörspiels) erkundete ich den Park meines Hotels mit eigenem historischen Strandbad. Guten Nacht!

Ich bin einfach nur unendlich glücklich und dankbar, unter anderem darüber, dass es jetzt erst zu regnen beginnt.

16. Mai 2026, Bad Schachen bis Marktoberdorf

Die Nach von Freitag auf Samstag konnte ich wieder ausgezeichnet schlafen, die Atemmaske war irgendwie nicht mehr so störend. Kurz vor Fünf bin ich wach geworden, starker Regen peitschte über dem Bodensee. Ich begann mit Heiliger Messe, Anbetung und Brevier.

Anschließend rasiert, schon ging es zur Morgenrunde ins Schwimmbad. Als ich reinkam quieckte eine Polin aus der Ecke, weil sie wohl noch nicht so weit war. Sie meinte, erst in 10 Minuten oder einer Viertelstunde. Ich war nicht zu früh dran, was mir sonst häufig passiert. Ich dachte mir, ob sie jetzt meint, dass ich in Badekleidung durchs Haus tiegern soll, bis sie so weit ist. Das hat sie wohl meinem grantigen Gesicht entnommen und meinte, ich könnte ja schon mal Schwimmen, bis sie so weit sei. Was hat die wohl gedacht, dass ich im Schwimmbad tun möchte?

Es tat unglaublich gut. Nach der Hälte meiner Schwimmzeit tauch der Preuße auf, zog aber schweigend seine Runden. Schweigende Preußen sind einfach die besten! Es ist praktisch, dass ein Aufzug direkt von meinem Stockwerk aus ins Schwimmbad fährt, so dass ich ungesehen wieder in mein Zimmer zurückkam und mich fertig zum Frühstück machte. Was soll ich sagen: das Buffet ließ keine Wünsche offen. Ich konnte nur das unfassbar große Brotangebot nicht aufnehmen, weil die Kellnerin dauernd davor stand. Sie suchte ein Schildchen für die Mehrkorn-Semmeln. Ich hatte den Tische, den der Preuße gestern verschmäht hatte und konnte mich über den Seeblick nicht beschweren. An meinem Tisch von gestern saß die typisch deutsche Frau, wie sie die Italier gerne beschreiben: graue kurzgeschorene Haare, etc.

Nach dem Frühstück widmete ich mich wieder den Kolloquiumsprüfungen der kommenden Woche. Damit bin ich jetzt fertig. Gegen 9:30 Uhr räumte ich alles zusammen und ging zu Frau Rottmayer (Erzieherin von Clara aus dem Film Heidi) an die Rezeption, um zu zahlen. Heute war sie schon aufgeschlossener und fragte mich genau aus, wie denn der Urlaub mit der Vespa so sei, denn sie würde auch gerne mal auf diese Weise Urlaub machen. Ich habe ihr brav alles erzählt und dann gemeint, dass ich sicher nicht das letzte Mal in Bad Schachen war. Es war wirklich schön. Wäre es nicht so teuer, könnte man dort gut einen Urlaub verbringen. Um 10:00 Uhr ging es los, nachdem ich meine Vespa trockengelegt hatte.

Das Wetter bot alles, was man sich so vorstellen kann. Sonne, dann war es einigermaßen warm, über Regen, es ließ sich aushalten, bis hin zu Hagel; unbeschreiblich kalt. Meinen ersten Stop machte ich in Maria Thann, eine Wallfahrtkirche, die dirket auf meinem Weg lag.

Weiter ging es durch die typische allgäuer Landschaft mit satten Weiden, zahlreichen Kühen, Hügel und Berge mit Schnee im Hintergrund. DIe Luft roch zu 90% nach Kuhsch…

Um 12:00 Uhr kam ich nach Kempten. Ich war überrascht, wie groß die Stadt ist. Dabei war ich glücklich, dass direkt im Zentrum eigens Parkplätze für Motorräder ausgezeichnet waren. Endlich mal kein schlechtes Gewissen beim Parken direkt vor der Basilika.

In der unbeschreiblich schönen Basilika war gerade eine Taufe zu Ende. Die Taufegsellschaft war riesig. Das erste Mal in meinem Leben habe ich in Deutschland einen afrikanischen Kaplan in römischer Soutane gesehen. Brav! Das Chorgestühl und der Hochaltar sind schon wirklich besonders.

Vor der Basilika bzw. der angrenzenden Residenz fand ein Wochenmarkt statt. Gerne hätte ich dort eingekauft, aber da wäre nichts heil nach Hause gekommen. Also bin ich rumgelaufen, habe noch ein Paar Fotos aufgenommen und war schließlich beim Bäcker auf eine Leberkässemmel. Der Leberkäs ging so, aber die Semmel war schrecklich wie eine Billigsemmel vom Discounter. Insgesamt aber war es schön im Kempten.

Nach Marktoberdorf war es dann nicht mehr weit, etwa ein Stunde, wobei es wirklich der bisher kälteste Steckenabschnitt war. Ich bin im Hotel Greinwald untergekommen. Tolles Zimmer mitten im Zentrum. Meine Vespa konnte ich in eine Garage stellen, sehr praktisch. Nun gehe ich zum Abendessen, heute Mal zum Griechen, da die Italiener hier als Inhaber eine Ayshe haben, das ist mir dann doch zu gefährlich…

Auf dem Weg zum Griechen habe ich noch meine Unterkunft von außen fotografiert. Das Ambiente und Essen beim Griechen waren schön bzw. gut. Die Leber als Hauptspeise war mäßig, die gemischten Vorspeisen hingegen der Hammer. So fein! Dieses Mal waren meine Tischnachbarn Schwaben. Waschechte. Aber da gibt es nicht so viel zu lästern. Nun chille ich noch. Wieder bin ich dankbar für den schönen Tag.

17. Mai 2026, von Marktoberdorf nach München

Nun stand also die Heimreise an. Der Tag erwartete mich mit blauem Himmel und Sonnenschein. Ich feierte die Hl. Messe, hielt Anbetung und betete Brevier.

Frühstück gab es erst um 8:00 Uhr, weshalb ich noch Zeit hatte die Pfingstpredigt für die Schulgottesdienste in der nächsten Woche vorzubereiten. Das Frühstück war deutscher Standart. Wobei das Rührei nicht aus dem Kansiter, sondern von frisch aus der Schale geschlagenen Eiern zubereitet wurde. Als ich in den Speiseraum kam, es ist ja ein großes Cafe Restaurant mit vielen Plätzen, fand ich dort kein Personal vor, um zu fragen, wo ich mich hinsetzen könne. Ich rief die Dame in der Küche, die dann meinte, ich dürfe mich überall hinsetzen, wo nicht eingedeckt ist. Das fand ich komisch. Warum ist nicht gerade für die Hotelgäste eingedeckt? Da bin ich wohl vom Bodensee zu anspruchsvoll. Habe mich vor allem an den italienischen Vorspeisen gütlich getan.

Nach dem Frühstück noch an der Predigt weitergearbeitet und dann gepackt. Kurz vor 10 Uhr ging es los, die Sonne hatte mich erwartet.

Es ging Richtung Landsberg. Ich war so begeistert vom typisch bayrischen Himmel (weniger vom Güllegeruch).

In Epfach begann es dann zu regnen und es wurde wieder mal kalt. Ich musste anhalten, um meinem Handy, das als Navi diente, eine Regenhülle zu verpassen. Als ich auf Dießen am Ammersee zufuhr, wollte ich doch mal die Kirche dort ansehen und danach erst meinen Lieblingsplatz am Südufer aufsuchen. Natürlich musste auch in Dießen wieder ein Event stattfinden, ein Töpfermarkt. Schlangen an Autos. Aber zur Kirche bin ich noch gut hingekommen. Hl. Messe war grad aus. Zuerst habe ich die Praline verspeißt, die ich von meine Unterkunft in Marktoberdorf bekommen habe um dann die Stefanskapelle im ehemaligen Marstall anzuschauen.

Als ich zur Klosterkirche ging las ich, dass eine Orgelmatinee stattfindet und stand vor einer Kasse. Ich habe mich durchgerungen zu fragen, ob ich noch einen Blick in die Kirche werfen dürfe, was tatsächlich möglich war. Wieder ein Barockjuwel.

Auf gings zum Südufer. Der Töpfermarkt war Schuld, dass alle Straßen dorthin gesperrt waren, so dass ich dort keine Rast machen konnte. Es musst ein Rastplatz kurz vor Herrsching herhalten.

Da ich zeitig dran war, fuhr ich nicht direkt weiter, sondern über Herrsching, um dort zu tanken. Deshalb wurde ich mal zeitweise einen neuen Weg geleitet, den ich bisher nicht kannte. Dieser war wieder wunderschön.

Zur Verwirrung meiner Eltern und meines Bruders, die immer live mitverfolgen, wo ich langfahre, führte mein Weg nicht nach Hause, sondern zum Sportpark Unterhaching. Dort traf sich nämlich um 13:30 Uhr meine Priestergruppe. Wenn es für uns so eine Art Vereinslokal gibt, dann ist es mittlerweile dort. Josef war gesundheitlich angeschlagen, weshalb er zu Hause bliebt. Sonst waren alle da. Nach gemeinsamen Mittagessen und Austausch ging es nach Hause, wo ich kurz vor 17:00 Uhr ankam.

Ich denke dem HERRN für die schöne und erlebnisreiche Zeit! Jetzt kann die letzte Schulwoche vor den Pfingstferien beginnen.